Chronische Nierenkrankheiten


Bei vielen sind sie unerkannt
Chronische Nierenkrankheiten

An einer chronischen Nierenerkrankung leiden deutlich mehr Menschen in Deutschland, als bisher vermutet. Fachärzte rufen Betroffene und Gesunde dazu auf, auf ihre Nieren acht zu geben und vorbeugende oder schützende Maßnahmen einzuhalten.

Die Nieren sind lebenswichtige Organe mit vielfältigen Aufgaben. Zu ihren zentralen Funktionen gehören, den Wasserhaushalt sowie den Blutdruck zu regulieren und harnpflichtige Substanzen aus dem Körper auszuscheiden. Führen Erkrankungen zu einem Versagen der Nieren, wird der Körper mit harnpflichtigen Substanzen wie Harnstoff oder Kreatinin überschwemmt und es kommt zu einer Vergiftung (Urämie). Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden Betroffene dialysepflichtig oder sind auf eine Spenderniere angewiesen.

Diabetes mellitus und Bluthochdruck als Risikofaktoren

Eine aktuelle Studie belegt, dass zwei Millionen Menschen in Deutschland an einer Nierenkrankheit mit bereits deutlich eingeschränkter Nierenfunktion leiden. Die Studie wertete Ergebnisse einer deutschlandweiten „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland 2008-2011 (DEGS1)“ aus, die Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren untersucht hatte. Den Ergebnissen zufolge weisen Personen mit Diabetes mellitus ein 2,25 faches und mit Bluthochdruck ein um 3,46 fach erhöhtes Risiko auf, eine Nierenerkrankungen zu entwickeln.

Medikamente verlangsamen Krankheitsprozess

Nicht nur die hohe Zahl der Betroffenen versetzt Fachärzte in Alarmbereitschaft. Laut der Studie wussten zwei Drittel der Teilnehmer nichts von ihrer Nierenerkrankung und ließen sich folglich nicht behandeln. „Das ist bedauerlich, denn durch verschiedene Maßnahmen, auch durch den Einsatz von blutdrucksenkenden Medikamenten mit nierenschützendem Potenzial, lässt sich der Progress einer chronischen Nierenkrankheit verlangsamen“, erklärt Prof. Dr. Jan Galle, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

Fachärzte reagieren mit Verhaltenshinweisen

Um den Verlauf der Nierenerkrankung zu verlangsamen und eine Dialysepflicht hinauszuschieben, rufen Fachärzte Betroffene dazu auf, bestimmte Verhaltensregeln zu beachten. Diese sind in dem Flyer „Geben Sie Acht auf Ihre Nieren. Was Nierenpatienten zur Vorbeugung weiterer Nierenschäden beachten sollten“ zusammengestellt.

Die Studienergebnisse verdeutlichen, wie wichtig Maßnahmen zur Vorbeugung von Nierenerkrankungen sind. Deshalb empfehlen Fachärzte Menschen mit gesunder Nierenfunktion, auf ihre Nieren Acht zu geben. Wer folgende Tipps berücksichtigt, schützt seine Nieren nachhaltig vor Nierenerkrankungen:

  • Treiben Sie genügend Sport und bewegen Sie sich ausreichend
  • Ernähren Sie sich gesund und achten Sie darauf, dass sich Ihr Gewicht im Normalbereich bewergt
  • Beenden Sie das Rauchen
  • Halten Sie sich bei der Einnahme von Schmerzmitteln an die Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers
  • Trinken Sie täglich mindestens 1,5 Liter
  • Lassen Sie von Ihrem Hausarzt jährlich Ihre Nierenfunktion überprüfen, wenn Sie über 60 Jahre alt sind, an Diabetes mellitus leiden, Bluthochdruck haben, sich ihr Gewicht außerhalb des Normalbereiches bewegt oder ein Familienmitglied ersten Grades an einem Nierenversagen erkrankt ist
  • Überprüfen Sie Ihren Blutdruck
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker

Weitere Informationen zum Nierenschutz bei Gesunden hat diabetesDE im Flyer "Geben Sie Acht auf Ihre Nieren" zusammengestellt.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.

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