Altersabhängige Makuladegeneration


Kontraste ermöglichen Selbständigkeit
Altersabhängige Makuladegeneration

Unscharfes und verzerrtes Sehen, später Sehverlust in der Mitte – Menschen mit einer altersabhängigen Makuladegeneration haben oft Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen. Eine kontrastreichere Umwelt kann die Selbständigkeit jedoch verbessern.

„Ich sehe oft nur noch den Himmel und meine Füße“, berichtet Prof. Dr. Heribert Meffert, Initiator und Kuratoriumsvorsitzender des AMD-Netz. „Wenn eine Treppe aus grauen Stufen vor mir liegt, kann ich die einzelnen Stufen kaum erkennen, die Treppe erscheint wie eine Fläche.“ Der 79-jährige emeritierte Marketing-Professor leidet seit vielen Jahren an einer Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) und hat bereits erhebliche Seheinschränkungen.

Bei der Augenerkrankung führen Ablagerungen (trockene AMD) oder Durchblutungsstörungen (feuchte AMD) an der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula, zum Untergang der Sehsinneszellen. Je nach Stadium beider Verlaufsformen sind die Kontrastwahrnehmung, das Farbensehen und die Lesefähigkeit gestört. Auch das Anpassen an veränderte Lichtverhältnisse, das Erkennen von Gesichtern oder die Orientierung im Raum fällt Betroffenen schwer.

Kontraste ermöglichen Barrierefreiheit

Wie Prof. Meffert ergeht es schätzungsweise 4,5 Millionen Menschen in Deutschland, die an einer AMD erkrankt sind. Starke Kontraste ermöglichen es jedoch, verschiedene Gegenstände voneinander zu unterscheiden und Flächen kenntlicher zu machen. Eine schwarze Stufe hebt sich von einer weißen Treppenhauswand besser ab als von einer schwarzen.

Entscheidend für die Wahrnehmung von Objekten ist der Leuchtdichtekontrast, also der relative Leuchtdichteunterschied benachbarter Flächen. Dieser muss bei Gebäuden und im Straßenverkehr immer bestimmten Mindestwerten entsprechen. Ansonsten besteht für sehbehinderte und ältere Menschen die Gefahr, sich nicht mehr orientieren zu können und beispielsweise zu stürzen. Kontraste sind deshalb ein essentielles Element der Barrierefreiheit und garantieren sehbehinderten und betagteren Menschen Mobilität und Selbständigkeit. Auch Helligkeit, Farbe und Form spielen eine wichtige Rolle.

Mehr Kontraste im öffentlichen Raum

Das AMD-Netz fordert deshalb die betroffenen Berufsgruppen auf, die Umwelt kontrastreicher zu gestalten. „Insbesondere im öffentlichen Raum sollte verstärkt darauf geachtet werden, Gefahrenstellen wie Treppenstufen barrierefrei zu gestalten“, rät Prof. Dr. med. Horst Helbig, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). „Kontrastreiche Markierungen helfen, die einzelnen Stufen zu unterscheiden und so Fehltritte und Stürze zu vermeiden.“

Hilfsangebote für sehbehinderte und betagtere Menschen

Betroffene finden bei unterschiedlichen Versorgern wie bei Beratungsstellen der Selbsthilfe, Rehabilitationslehrern oder bei spezialisierten Augenoptikern Unterstützung für die Bewältigung des Alltags mit Sehverlust. Optische und elektronische Hilfsmittel, Rehabilitationsschulungen und individuelle Beratungen ermöglichen es, einen Sehverlust vollständig oder teilweise auszugleichen und so die Selbständigkeit der Betroffenen zu erhalten oder zu bessern. Das AMD-Netz informiert über die Erkrankung AMD, über Hilfsmöglichkeiten und bietet mit einem Versorgungsatlas Adressen von Versorgern im lokalen Umfeld.

AMD-Netz (Berufsverband der Augenärzte – BVA, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband – DBSV, DOG und PRO RETINA, die Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhauterkrankungen)

Versorgungsatlas der AMD

Neue Fachbroschüre „Kontrastreiche Gestaltung öffentlich zugänglicher Gebäude

AMD-Netz

News

Schlaf: Nicht zu kurz und nicht zu lang
Schlaf: Nicht zu kurz und nicht zu lang

Die Mitte macht´s

Viel hilft viel? Das gilt offenbar nicht beim Thema Schlaf. Denn nicht nur zu wenig Schlaf scheint Menschen schneller altern zu lassen. Das gleiche gilt wohl auch für zu viel Schlaf.   mehr

Hitze bedroht Gehirn und Nerven
Hitze bedroht Gehirn und Nerven

Von Schlaganfall bis Delir

Sommerliche Wärme wird von vielen Menschen als angenehm empfunden. Doch anhaltende Hitze und tropische Nächte können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben – insbesondere für das Gehirn.   mehr

Wie viel Schreien ist normal?
Wie viel Schreien ist normal?

Quälende Säuglingskoliken

Viele Eltern kennen die Situation: Das Baby ist satt, frisch gewickelt und gesund – und schreit trotzdem über Stunden. Gerade in den ersten Lebensmonaten können sogenannte Säuglingskoliken Familien an ihre Belastungsgrenzen bringen. Was ist normal und wann muss das Schreien abgeklärt werden?   mehr

Augentropfen: 10 häufige Fehler
Eine Frau gibt Augentropfen ins Auge sein - sie versucht dabei, das Auge nicht zu berühren, um eine Verkeimung zu verhindern.

Was schief gehen kann

Ob bei einer Bindehautentzündung, Verletzungen des Auges oder einem hohen Augendruck: Augentropfen werden in vielen Fällen verordnet. Bei der Anwendung sollte man aber einige Fehlerquellen vermeiden.   mehr

Hilfe fürs Arthroseknie
Hilfe fürs Arthroseknie

Schmerzgele und -pflaster

Kniearthrose ist schmerzhaft – doch nicht immer ist der Griff zur Tablette nötig. Denn schmerzende Kniegelenke lassen sich auch von außen effektiv behandeln. Und zwar mit Schmerzpflastern und Schmerzgelen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im Juli

Sicher feiern mit Diabetes

Sicher feiern mit Diabetes

Ob Badesee oder Festival

Grillpartys, Musikfestivals oder entspannte Nachmittage am Badesee gehören für viele Menschen zu den ... Zum Ratgeber
Bahnhof Apotheke Friedrichshain
Inhaberin Johanna Götte
Telefon 030/2 93 63 66
Fax 030/29 36 36 88
E-Mail bahnapo@gmx.de