Mythen ums Schwimmen


Vor dem Badespaß abduschen
Mythen ums Schwimmen
FamVeld/Shutterstock
Abduschen vor dem Schwimmen bereitet auf das kühle Wasser vor - damit der Badespaß nicht mit einem Schreck beginnt.

Schwimmen im Freibad gehört für viele Menschen zu den schönsten Freizeitmöglichkeiten im Sommer. Doch welche gutgemeinten Tipps sind richtig, und welche können wir über Bord werfen? Experten der Barmer GEK klären auf.

Mythos 1: Bei blauen Lippen raus aus dem Wasser!

Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK, erklärt: „Auch wenn es noch so schön im Schwimmbad ist, bei blauen Lippen sollten Eltern ihre Kinder aus dem Wasser holen. Die blauen Lippen sind nämlich eine Reaktion des Körpers, um ihn vor einer Auskühlung zu schützen. Wenn es kalt ist, ziehen sich die Blutgefäße unter der Hautoberfläche zusammen und verringern so den Wärmeverlust. Durch die engen Gefäße fließt das Blut langsamer und der Sauerstoffgehalt im Gewebe sinkt. Um dies wieder auszugleichen, wird der Sauerstoff aus dem roten Blutfarbstoff in das Gewebe abgegeben. Nur Blut mit viel Sauerstoff erscheint rot, Blut mit nur einem geringen Sauerstoffanteil erscheint bläulich. Da die Haut unserer Lippen sehr dünn ist, scheint das dunklere Blut hindurch und lässt sie blau erscheinen. Blaue Lippen im Schwimmbad sind aber nicht grundsätzlich gefährlich. Sanftes Abrubbeln mit dem Handtuch wärmt uns wieder auf und bringt auch die Durchblutung wieder auf Trab.“

Mythos 2: Beim Sprung ins kalte Wasser kann das Herz stehen bleiben

„Gerade an richtig heißen Tagen ist der Sprung ins kühle Nass natürlich verlockend. Für den Körper kann der plötzliche Temperaturunterschied aber ein echter Schock sein – in der Folge kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen“, gibt Dr. Marschall zu bedenken. „Der Herzschlag gerät ins Stocken und kann so Kreislaufprobleme und Bewusstseinsstörungen verursachen. Im Wasser ist dies besonders gefährlich. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen und Menschen mit einer Vorerkrankung des Herzens, aber auch junge, gesunde Menschen sollten ihrem Körper nicht zuviel zumuten. Deshalb empfiehlt es sich, sich zunächst unter einer Dusche abzukühlen oder langsam ins Wasser zu gehen.“

Mythos 3: Schwimmen nach dem Essen ist ungesund

„Ja, das stimmt – zumindest wenn man eine reichhaltige Mahlzeit zu sich genommen hat“, bekräftigt Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der Barmer GEK. „Denn bei einem sehr gut gefüllten Magen besteht die Gefahr, dass Puls und Blutdruck absinken. Daraus kann eine plötzlich auftretende Kreislaufschwäche entstehen, die wiederum Bewusstseinsstörungen mit gefährlichen Auswirkungen beim Schwimmen zur Folge haben kann. Besonders bei Kindern kann zusätzlich verschlucktes Wasser schnell Erbrechen auslösen. Ein kleiner Snack, wie etwa ein Apfel, ist dagegen unbedenklich, weil leicht verträglich.“

Mythos 4: Nasse Badekleidung führt zu Blasenentzündungen

„Diese Annahme stimmt nicht ganz“, räumt Dr. Petzold ein. „Kommt es tatsächlich zu einer Blasenentzündung, liegt das nicht an der Nässe, sondern an Bakterien. Trotzdem gibt es durchaus einen Zusammenhang. Denn wenn die Intimregion nach dem Schwimmen zu sehr auskühlt, führt das zu einer verminderten Durchblutung, und das Immunsystem fährt herunter. Dadurch haben es Krankheitskeime leichter, in die Blase einzudringen und dort eine Entzündung zu verursachen. Außerdem bietet die nasse Badekleidung an sich einen idealen Lebensraum für Bakterien. Die Gefahr, sich auf diese Weise die Blase zu entzünden, gilt in erster Linie für empfindliche Menschen. Deshalb ist es absolut empfehlenswert, auch im Hochsommer nach dem Schwimmen die Badekleidung zu wechseln.“

News

Säureblocker kann Asthma fördern
Säureblocker kann Asthma fördern

Vorsicht bei Atemwegserkrankungen

Säureblocker gelten als gut verträglich. Bei längerfristiger Einnahme drohen allerdings Nebenwirkungen. Insbesondere für Patient*innen mit chronischen Atemwegserkrankungen kann das problematisch werden.   mehr

Mit Optimismus länger leben
Mit Optimismus länger leben

Schützt Herz und Zellen

Für ein gesundes langes Leben sind nicht nur gute Gene verantwortlich. Man kann auch einiges selbst dafür tun - zum Beispiel sich weniger ärgern.   mehr

Zäpfchen richtig anwenden
Zäpfchen richtig anwenden

Alternative zu normalen Tabletten

Nicht nur bei Kindern ist die Anwendung von rektalen Zäpfchen oft sinnvoll. Leiden Erwachsene etwa an starkem Brechdurchfall, bleiben normale Tabletten nicht lang genug im Magen-Darm-Trakt, um zu wirken.   mehr

Gehen lindert Kniegelenksarthrose
Ältere Frau beim Nordic Walking. Gehtraining kann bei Arthrose der Kniegelenke helfen - aber nicht bei jedem.

Nur mit geraden oder O-Beinen

Sportliches Gehen kann die Kniegelenksarthrose aufhalten. Das trifft allerdings nicht auf Menschen zu, die mit X-Beinen durch die Welt laufen.   mehr

Adipositas: Spürbare Folgen bei Kinderwunsch
Adipositas: Spürbare Folgen bei Kinderwunsch

Einfluss nicht unterschätzen

Die meisten Menschen wissen, dass starkes Übergewicht (Adipositas) nicht gesund ist. Weniger bekannt ist aber, dass Adipositas auch die Chancen auf ein Kind verringern und Schwangerschaften komplizierter machen kann.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Ratgeber Thema im April

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Temperaturalarm im Kinderzimmer

Wie misst man die Temperatur am besten? Muss man Fieber senken? Und vor allem: Wann muss das Fieberk ... Zum Ratgeber
Bahnhof Apotheke Friedrichshain
Inhaberin Johanna Götte
Telefon 030/2 93 63 66
Fax 030/29 36 36 88
E-Mail bahnapo@gmx.de